FRÜHERKENNUNG
Biomarker – Was dein Körper dir sagen will
4. März 2025

Geschrieben von
Nick Lenten

Überprüft von
Anna Erat, MD, PhD
Dein Körper spricht mit dir in zwei Sprachen. Die eine verstehst du sofort – Müdigkeit, Schmerzen, ein erhöhter Puls. Die andere bleibt verborgen und zeigt sich erst in Laborergebnissen und Daten – oder eben in Biomarkern.
Sie zeigen dir, wo dein Körper im Gleichgewicht ist – und wo nicht. Wir erklären dir, welche Marker du prüfen kannst, was sie bedeuten und wie dein Körper mit dir kommuniziert.
Was sind Biomarker? – Die Sprache deiner Gesundheit
Biomarker sind objektiv messbare Indikatoren biologischer Prozesse, krankhafter Zustände oder Reaktionen auf therapeutische Maßnahmen. Sie können nahezu alles sein, was zuverlässig messbar ist: ein Hormonspiegel, eine Vitaminkonzentration, eine Genmutation oder ein Befund aus bildgebenden Verfahren.
Ein anschauliches Beispiel für bildbasierte Biomarker liefert die medizinische Bildgebung (z.B. MRT), bei der präzise und visuell eindrucksvolle Gesundheitsmarker ermittelt werden. Dazu zählen unter anderem Muskelvolumen, intramuskuläres Fett, Leberfettanteil, Gehirnvolumen oder die exakte Menge viszeralen Fetts in Litern.
Das Tückische an Biomarkern ist: Nicht immer machen sich Ungleichgewichte sofort durch Beschwerden bemerkbar. Der Körper hat oft Puffer- und Regelmechanismen, die Abweichungen eine Zeit lang ausgleichen. Ärzte können jedoch bereits im Blutbild Veränderungen erkennen, noch bevor du etwas davon merkst. So lassen sich beginnende Krankheiten oder Hormonstörungen frühzeitig aufdecken.
Stell dir vor, dein Körper ist ein hochkomplexer Organismus mit Millionen von Sensoren.
Diese Sensoren messen ständig, ob alles rund läuft:
Ist genug Sauerstoff im Blut?
Funktionieren deine Organe optimal?
Fehlt dir ein wichtiges Vitamin?
Sind genügend Mineralstoffe für eine effektive Zellreparatur vorhanden?
Sind Entzündungen in deinem Körper aktiv?
Jeder dieser Sensorwerte ist ein Biomarker. Ein Beispiel: Fieber. Du fühlst dich schlapp, deine Haut glüht. Doch das allein reicht nicht, um sicher zu sein. Erst das Thermometer gibt dir die Antwort: 39,8°C – ein eindeutiges Zeichen für eine Infektion. Das Messergebnis ist ein Biomarker.
Jetzt stell dir vor, du könntest solche Hinweise für alles Mögliche bekommen:
Deinen Stoffwechsel: Ist dein Blutzucker optimal oder steuerst du auf Diabetes zu?
Dein Herz: Sind deine Cholesterinwerte ein Frühwarnsignal für Arterienverkalkung?
Deine Energie: Fehlt deinem Körper Eisen oder Vitamin B12, ohne dass du es merkst?
Kurz gesagt: Biomarker verwandeln unsichtbare Prozesse in messbare Werte – und machen aus deinem Körper ein System, das dir konkrete Hinweise auf deine Gesundheit gibt.
Dein Körper spricht mit dir in zwei Sprachen
Die eine erkennst du sofort – Müdigkeit, Schmerzen, ein rasender Herzschlag. Die andere bleibt versteckt und zeigt sich erst in Laborergebnissen.
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Hier siehst du als Beispiel Biomarker nach dem Labortest. Sie sprechen eine klare Sprache, wenn wir sie richtig interpretieren. Denn sie liefern uns wertvolle Informationen aus unserem Innersten. Sie zeigen uns Mangelzustände, Ungleichgewichte und Versorgungslücken – noch bevor Symptome auftreten. Dadurch erkennen wir frühzeitig, in welchen Bereichen der Körper gezielte Unterstützung benötigt.
Gut zu wissen:
Labore geben für jeden Biomarker einen Referenzbereich an, der als „normal“ gilt. Doch nicht jeder Wert außerhalb dieser Norm bedeutet sofort Krankheit. Ärzte interpretieren Blutwerte immer im Gesamtzusammenhang: Sie berücksichtigen, ob du Symptome hast, zu welcher Tageszeit und unter welchen Bedingungen der Wert gemessen wurde, und wie stark die Abweichung ist.
Was gilt überhaupt als Biomarker?
Das können Werte aus deinem Blut sein, aber genauso gut auch Werte aus Speichel, Urin oder sogar bildgebende Verfahren wie MRT-Scans. Cholesterinwerte, Vitaminstatus, genetische Marker oder Gehirnaktivitäten – all das fällt unter den Begriff Biomarker.
Biomarker-Test als Frühwarnsystem – jeder kann sich testen lassen
Eine der größten Stärken von Biomarkern liegt in ihrer Funktion als Frühwarnsysteme. Beispielsweise spürst du nicht unbedingt, wenn dein Blutzucker oder Entzündungswerte leicht erhöht sind – doch gerade solche Messwerte können entscheidend sein, um deine Gesundheit richtig einzuschätzen.
Der Grund dafür ist simpel: Diese Biomarker spiegeln die natürlichen Prozesse deines Körpers wider, weisen frühzeitig auf potenzielle Krankheitsrisiken hin und zeigen dir, wie dein Körper auf Behandlungen reagiert. In der modernen Medizin sind sie unverzichtbar, um Krankheiten zu diagnostizieren, Ergebnisse vorauszusagen und Therapiefortschritte zu verfolgen.
Und wenn du deine Gesundheit selbst im Blick behalten willst?
Dann helfen dir Biomarker, deine persönlichen Normalwerte kennenzulernen – und frühzeitig Veränderungen zu erkennen. Sie machen die inneren Signale deines Körpers messbar und geben dir verwertbare Daten zu:
Organfunktionen (Leber, Nieren, Herz)
Stoffwechselgesundheit
Immunsystem & Entzündungen
Nährstoffversorgung
Hormonellem Gleichgewicht
Vier Haupttypen von Biomarkern in deinem Blut
Nicht alle Biomarker sind gleich. Beispielsweise ist Lipoprotein(a), kurz Lp(a), vor allem genetisch bedingt und ein eigenständiger Risikofaktor für Herzinfarkte. Manche Biomarker enthüllen verborgene genetische Risiken, andere zeigen, wie sich dein Lebensstil unmittelbar auf deine Biologie auswirkt.
So lassen sie sich grob unterscheiden:
Molekulare Biomarker | Die tiefste Ebene deines Körpers. DNA, Proteine und Hormone steuern alles, von Muskelwachstum bis zur Immunabwehr. |
Bildgebende Biomarker | MRTs, Ultraschall und Röntgen machen innere Vorgänge sichtbar. Sie helfen, Tumore, Organschäden oder frühe Krankheitszeichen zu erkennen. |
Funktionale Biomarker | Hier geht es um Performance – Fitnesswerte, geistige Klarheit oder Reaktionsgeschwindigkeit. Sie messen, wie gut dein Körper im Alltag reagiert. |
Lifestyle-Biomarker | Schlafqualität, Stress-Level oder Regenerationszeiten zeigen dir direkt, welchen Einfluss deine täglichen Gewohnheiten langfristig auf deine Gesundheit haben. |
Wo kannst du einen Biomarker-Test machen?
Einen Biomarker-Test kannst du beim Arzt oder in spezialisierten Laboren machen. Wir bei Ahead bieten dir zum Beispiel umfassende Gesundheits-Checks an, mit denen du deinen Körper komplett unter die Lupe nimmst.
Neben einem großen Blut-Panel, das ganze 54 Blutmarker umfasst, kannst du bei uns auch einen MRI-Scan buchen – unseren umfassendsten Scan überhaupt. Das Check-up-Paket deckt alle wichtigen Körperbereiche und potenziellen Krankheiten ab und gibt dir Klarheit über deinen aktuellen Gesundheitsstatus.
Wie läuft ein Biomarker-Test konkret ab?
Die Durchführung ist ganz unkompliziert: Wenn du dich beispielsweise für unseren umfassendsten Ahead-Check entscheidest, startest du mit einer Blutabnahme. Dabei prüfen wir genau 54 unterschiedliche Biomarker, darunter Entzündungswerte, Nährstoffstatus, Stoffwechsel- und Organfunktionen.
Was zeigt die Biomarker-Analyse eines Arztes aus?
Die Biomarker-Analyse beim Arzt oder bei uns bei Ahead zeigt dir exakt, wo du gesundheitlich stehst. Du bekommst detaillierte Hinweise darauf, ob es versteckte Entzündungen gibt, deine Organe optimal funktionieren oder ob dir essenzielle Nährstoffe fehlen. So erkennst du mögliche Schwachstellen frühzeitig und kannst gezielt gegensteuern, bevor sie zu echten Problemen werden.
Biomarker und dein Alltag: Diese Erfahrungen kennst du vielleicht
Laborwerte klingen für dich vielleicht abstrakt. Doch sie spiegeln sehr konkret wider, wie du dich fühlst, wie du schläfst und wie viel Energie du tagsüber hast.
Nährstoffe – wenn Müdigkeit und Infekte zum Alltag werden
Vielleicht fragst du dich öfter, warum du dich ständig erschöpft fühlst oder jede Erkältung mitnimmst. Ein kurzer Blick auf deine Nährstoffwerte könnte Klarheit schaffen: Niedrige Werte bei Vitamin D oder Eisen (Ferritin) wirken sich direkt auf dein Wohlbefinden aus. Vitamin-D-Mangel schwächt deine Immunabwehr und reduziert deine Energie, während niedrige Eisenwerte dich müde und anfällig machen. Wenn du gezielt auf diese Werte achtest und sie verbesserst, kannst du deine Vitalität nachhaltig steigern.
Entzündungen – warum du dich nach dem Sport schlechter erholst
Auch deine Hormone beeinflussen dich täglich. Ein Cortisol-Ungleichgewicht zeigt sich zum Beispiel darin, dass du nachts schlecht schläfst, morgens erschöpft bist und tagsüber kaum Konzentration aufbringst. Ein zu niedriger Spiegel deiner Schilddrüsenhormone lässt jeden Tag mühsam erscheinen. Wenn du diese Hormonwerte misst und gezielt verbesserst, merkst du oft schnell, wie sich Schlafqualität, Konzentration und tägliches Energielevel verbessern. Sogar Stress hinterlässt seine Spuren in deinen Biomarkern.
Blutzucker – warum du nachmittags müde bist
Kennst du das klassische Nachmittagstief? Plötzlich sackt die Energie weg und Konzentration wird zur Herausforderung. Das könnte mit deinem Blutzucker zusammenhängen. Wenn du deinen Glukosespiegel beispielsweise mit einem Messgerät beobachtest, wirst du wahrscheinlich sehen: Ein kohlenhydratreiches Mittagessen lässt deinen Blutzucker zunächst stark ansteigen – und kurz danach rapide absinken. Genau dann trifft dich die Müdigkeit gegen 15 Uhr am stärksten. Erkennst du dieses Muster durch regelmäßiges Messen, kannst du deine Mahlzeiten anpassen, um deine Energie konstant zu halten.
Deine Biomarker – das Feedback-System deines Körpers
Warum solltest du also deine Werte regelmäßig testen? Indem du Schlüssel-Biomarker wie Blutzucker, Nährstoffe, Entzündungen und Hormone parallel zu deinem eigenen Befinden (z. B. Energie, Stimmung, Leistungsfähigkeit) beobachtest, erkennst du Zusammenhänge.
Deine Biomarker werden so zu einem persönlichen Feedback-System, das dir unmittelbar zeigt, wie die Entscheidungen von gestern dein heutiges Wohlbefinden beeinflussen. Langfristig entwickelst du so Gewohnheiten, die genau zu deinem Körper passen.
Deine Biomarker – das Feedback-System deines Körpers
Warum solltest du also deine Werte regelmäßig testen? Indem du Schlüssel-Biomarker wie Blutzucker, Nährstoffe, Entzündungen und Hormone parallel zu deinem eigenen Befinden (z. B. Energie, Stimmung, Leistungsfähigkeit) beobachtest, erkennst du Zusammenhänge.
Deine Biomarker werden so zu einem persönlichen Feedback-System, das dir unmittelbar zeigt, wie die Entscheidungen von gestern dein heutiges Wohlbefinden beeinflussen. Langfristig entwickelst du so Gewohnheiten, die genau zu deinem Körper passen.
Zusammenfassung
FAQ